"Walter Kaufmann – Welch ein Leben!" Kinodokumentarfilm

Schillernder Zeitzeuge

Die unglaubliche Lebensgeschichte des Walter Kaufmann vom Kindertransport nach Großbritannien über die DDR und um die ganze Welt erzählt dieser Dokumentarfilm.

"Walter Kaufmann – Welch ein Leben!" Und: Welch ein Glück, möchte man hinzufügen bei diesem Dokumentarfilm von Karin Kaper und Dirk Szuszies, der das Leben Walter Kaufmanns nachzeichnet. 97 Jahre ist er heute alt, doch Blick und Geist sind hellwach, wie man auf Bildern sieht. 1924 kam er als Jizchak in Berlin zur Welt. Doch seine Mutter, die jüdische Verkäuferin Rachel Schmeidler, konnte nicht für ihn sorgen und gab ihn in die Obhut eines wohlhabenden Duisburger Ehepaares, das ihn Walter nannte. Während die Eltern nach der Pogromnacht 1938 verhaftet, deportiert und schließlich im KZ Auschwitz ermordet wurden, gelang Walter die Flucht mit einem Kindertransport nach Großbritannien. Dort wurde er als „feindlicher Ausländer“ interniert und 1940 per Schiff nach Australien gebracht.

Schillernder als jedes Drehbuch ist das Leben Walter Kaufmanns

Anfangs war er Landarbeiter, dann diente er als Kriegsfreiwilliger in der australischen Armee. Nach 1945 arbeitete er als Straßenfotograf, auf einer Werft, im Schlachthof und als Seemann in der Handelsmarine. Mitte der 50er-Jahre entschied er sich für ein Leben in der DDR, wirkte bei mehreren DEFA-Filmen als Darsteller mit, teilweise unter dem Pseudonym John Mercator. Weil er seinen australischen Pass beibehalten hatte, durfte er als Journalist ausreisen. In zahlreichen Reportagen und Romanen verarbeitete er sein Leben. Ab 1975 gehörte er dem PEN-Zentrum der DDR an, dessen Generalsekretär er von 1985 bis 1993 war. Heute ist er Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland. Seine Werke erschienen in hohen Auflagen und wurden mehrfach ausgezeichnet, unter anderen mit dem Fontane- und dem Heinrich-Mann-Preis.

Der Film folgt Kaufmanns Spuren in die USA, wo er sich an der Seite von Angela Davis für die Bürgerrechtsbewegung einsetzte, und nach Kuba, Australien, Japan und Israel sowie nach Berlin, wo er bis heute lebt. Besonders berührend sind die Momente, in denen aus den Briefen gelesen wird, die Walters Adoptiveltern Sally und Johanna ihrem 14-jährigen Sohn nach England schreiben. Sie enden an dem Tag ihrer Deportation nach Theresienstadt.

Bildunterschrift: Walter KaufmannFoto: Karin Kaper Film
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Bildunterschrift: Walter Kaufmann in den 70ernFoto: Karin Kaper Film
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Bildunterschrift: Walter KaufmannFoto: Karin Kaper Film
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Bildunterschrift: Walter Kaufmann mit seinen Eltern 1937, DuisburgFoto: Karin Kaper Film
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Veranstalter

Karin Kaper Film
Naunynstr. 41a
10999 Berlin
Deutschland
Telefonnummer Zentrale: +49-(0)30-61 50 77 22
Telefonnummer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: +49-(0)160-305 42 75
E-Mail-Adresse: kaperkarin@web.de

Veranstaltungen

27.04.2021 | 19 bis 21 Uhr
Film | Film
Kino Babylon Berlin
Großer Saal
Rosa-Luxemburg-Straße 30
10178 Berlin
Berlin
Deutschland
Info/Tickets: Tickets nur erhältlich über das Kino Babylon
Link zur Veranstaltung: https://www.walterkaufmannfilm.de