Veranstaltungsreihe: Jüdisches Leben damals und heute

Die abwechslungsreiche Veranstaltungsreihe „Jüdisches Leben damals und heute“ verwandelt Aachen in eine spannende jüdische Erlebniswelt.

Nach streng orthodoxer Lehre ist Instrumentalmusik in der Liturgie eigentlich verboten. Die fortwährende Trauer über die Zerstörung des Tempels in Jerusalem erlaube ihren Einsatz nicht, so die dahinterstehende Lehre. Liberale Juden sehen sich hingegen nicht an diese frührabbinische Weisung gebunden. Sie führten im 19. Jahrhundert nicht nur den Chorgesang in die Liturgie ein, sie befürworten auch die Orgelbegleitung. Für sie ist beispielsweise die Orgel ein Instrument, das die Andacht fördert. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts komponierten jüdische Kantoren in liberal orientierten Synagogen dann eine Vielzahl von Werken mit Orgel- und/oder Harmoniumbegleitung für die gottesdienstliche Liturgie. Kantoren wie Salomon Sulzer, Moritz Deutsch oder Louis Lewandowski schufen außerdem neben Chorwerken auch Instrumentalstücke auf der Basis traditioneller jüdischer Melodien und der damals romantischen zeitgenössischen Musik. Dabei entstand ein reichhaltiges Repertoire an Synagogalmusik, dessen Wurzeln - mit Maier Kohn in München beginnend - schon Anfang des 19. Jahrhunderts in Süddeutschland entsprossen.

Bildunterschrift: Neue Synagoge in AachenFoto: Bernd Listl, VHS Aachen
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Veranstalter

Volkshochschule Aachen
Peterstraße 21-25
52062 Aachen
Deutschland
Telefonnummer Zentrale: +49-(0)241-479 20
Telefonnummer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: +49-(0)241-479 21 72
Faxnummer: +49-(0)241-40 67 23
E-Mail-Adresse: vhs@mail.aachen.de

Veranstaltungen

18.06.2021 | 19 bis 20.30 Uhr
Dialog | Vortrag

Jüdisches Selbstverständnis speist sich aus mindestens drei Quellen: der Stammeszugehörigkeit, der Religion Judentum und der jüdischen Nation. Zugespitzt ausgedrückt: Jude zu sein bedeutet so viel, wie Rheinländer, Katholik und Deutscher gleichzeitig zu sein. Natürlich kann ein Jude auch Rheinländer oder Deutscher werden. Wir haben es mit einer multiplen Identität zu tun, die in diesem Spannungsfeld und zwischen Kultur, Sprache und Tradition auszuloten ist.

Wie lässt sich die eigene Identität und die anderer besser verstehen? Was bedeutet es, Jude im modernen Deutschland zu sein?

Volkshochschule Aachen
Forum, 2. Etage
Peterstr. 21-25
52062 Aachen
Nordrhein-Westfalen
Deutschland
Eintritt frei
Barrierefreier Zugang
Induktive Höranlage für Gehörlose
18.04.2021 | 11 bis 12.30 Uhr
Dialog | Stadtrundgang

Für die jüdische Religion sind die Friedhöfe als Orte des Erinnerns genauso bedeutend wie die Synagogen als Stätten des Gebets.

Der jüdische Friedhof an der Lütticher Straße entstand nach 1822. Im Laufe der Zeit hat sich das Erscheinungsbild der Grabstätten gewandelt. Manche sind ein Beleg dafür, dass es um die Jahrhundertwende eine Epoche der Anpassung an christliche Gebräuche gab. Neben den kunsthistorischen Aspekten werden Biografien von Menschen beleuchtet, die das öffentliche Leben Aachens als Fabrikanten, Bibliothekare, Stadtverordnete oder Lehrer geprägt haben.

Bildunterschrift: Rundgang über den historischen jüdischen FriedhofFoto: Dr. Holger A. Dux
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Jüdischer Friedhof Aachen
Lütticher Straße
52064 Aachen
Nordrhein-Westfalen
Deutschland
Info/Tickets: Eintritt 7,50 EUR, ermäßigt 6 EUR. Anmeldung über die Website oder telefonisch. Männer tragen bitte eine Kopfbedeckung.
Telefonische Ticketbestellung: +49-(0)241-479 21 11
31.05.2021 | 18.30 bis 19.45 Uhr
Dialog | Exkursion

Der Besuch bietet einen ersten Überblick über die Grundbegriffe der Religion, den Ablauf des Gottesdienstes und das Gebäude der Synagoge.

Die Führung wird in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde Aachen durchgeführt.

Bildunterschrift: Die neue Synagoge in AachenFoto: Dr. Holger A. Dux
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Synagoge Aachen
Synagogenplatz
52062 Aachen
Nordrhein-Westfalen
Deutschland
Info/Tickets: Eintritt 7,50 EUR, ermäßigt 6 EUR. Anmeldung bis 21. Mai 2021 über die Website oder telefonisch. Männliche Besucher bringen bitte eine Kopfbedeckung mit.
Telefonische Ticketbestellung: +49-(0)241-479 21 11
Personalausweis für den Einlass notwendig
Sicherheitshinweis: Ein gültiger Personalausweis ist beim Einlass vorzuzeigen. Bitte keine großen Rucksäcke.
11.07.2021 | 14.30 bis 16.30 Uhr
Dialog | Exkursion

Die ältesten Spuren jüdischen Lebens in Aachens Nachbarort Vaals lassen sich bis ins Jahr 1737 zurückverfolgen. Der Weg durch Vaals startet am Wilhelminaplein, dem Ort, von wo aus die Vaalser Juden 1942 und 1943 deportiert wurden.

Besucht wird auch der etwas versteckt gelegene, gut erhaltene jüdische Friedhof am westlichen Ortsrand. Hier haben sich einige Grabsteine in hebräischer und deutscher Sprache erhalten. Dieser Rundgang durch Vaals bietet die Möglichkeit, in die Geschichte der jüdischen Gemeinde und ihre Verortung in der Dorfgemeinschaft einzutauchen.

Bildunterschrift: Hier stand die ehemalige Vaalser SynagogeFoto: Dr. Holger A. Dux
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Vaals
Bushaltestelle Vaals, Grenze
52074 Aachen
Nordrhein-Westfalen
Deutschland
Info/Tickets: Eintritt 7,50 EUR, ermäßigt 6 EUR. Anmeldung bitte bis 2. Juli 2021 über die Homepage oder telefonisch.
Telefonische Ticketbestellung: +49-(0)241-479 21 11
19.06.2021 | 14 bis 15.30 Uhr
Dialog | Exkursion

Die wechselvolle Geschichte der Jüdinnen*Juden in Köln ist über die Jahrhunderte eine Geschichte des Leids und der Verfolgung, aber auch phasenweise eine Geschichte bedeutender jüdischer Kultur am Rhein. Auf dem Rathausplatz wird zurzeit das jüdische Museum errichtet, in drei Jahren soll es fertig sein. Genau an dieser Stelle lag bis zur Vertreibung der jüdischen Gemeinde im Jahr 1424 das Wohnviertel der Jüdinnen*Juden. Aber nicht nur dort lassen sich noch Relikte jüdischen Lebens in Köln finden. Weitere Stellen in der Stadt werden bei diesem Rundgang besucht, wobei über die jüdische Kultur in Köln diskutiert werden kann.

Köln, Innenstadt
Kreuzblume am Kölner Dom
Unter Fettenhennen
50677 Köln
Nordrhein-Westfalen
Deutschland
Info/Tickets: Eintritt 11 EUR. Anmeldung bitte bis 11. Juni 2021 über die Homepage oder telefonisch.
Telefonische Ticketbestellung: +49-(0)241-479 21 11