1700 Jahre Juden in Deutschland – 117 Jahre jüdische Filmgeschichte

Die ganze Welt des jüdischen Films

Die Studientage in Frankfurt geben packende Einblicke in die jüdische Filmgeschichte der vergangenen 117 Jahre.

Jüdische Geschichte und das Medium Film sind seit jeher eng verbunden: So finden sich Themen und Konflikte jüdischer Lebenswelten von Anfang an auf der Leinwand wieder und arbeiteten und arbeiten jüdische Filmschaffende in unterschiedlichen Bereichen der Filmbranche, mal als Produzent*innen und Kinobesitzer*innen, mal als Schauspieler*innen oder als Regisseur*innen und Autor*innen.

Wie sehr das Kino der Weimarer Zeit von jüdischen Akteur*innen geprägt war, zeigte sich nicht erst, als sie 1933 von ihren Arbeitsplätzen ausgeschlossen wurden. Sie flohen und beeinflussten das Kino ihrer Exilländer in den folgenden Jahren, viele entgingen der Verfolgung nicht und wurden ermordet. Später kehrten einige zurück und versuchten, an ihre alte Karriere anzuschließen. Überlebende und Rückkehrer*innen arbeiteten nicht nur im deutschen Film nach 1945, sondern auch im sich etablierenden neuen Medium Fernsehen. Sie wurden erfolgreiche Produzenten, beliebte Unterhalter und Showmaster oder setzten sich für eine filmische Erinnerung an die Shoa ein – manchmal auch beides gleichzeitig.

Aus dem Exil zu Größen des Filmgeschäfts

Diese über 100-jährige Geschichte ist Gegenstand der Studientage, die mit Filmscreenings, Vorträgen und Gesprächsformaten ein interessiertes Publikum zu einer intensiven Auseinandersetzung mit jüdischer Filmgeschichte einladen und sich sowohl an Studierende als auch an ein filmhistorisch interessiertes Publikum richten. Dabei werden pro Tag immer zwei Filme gezeigt, die jeweils von einer kontextualisierenden Einführung und einem anschließenden Filmgespräch eingerahmt werden.

Zu sehen sind Filme wie The Illigals (1947, Regie: Meyer Levin), Karl Fruchtmanns Zweiteiler Zeugen. Aussagen zum Mord an einem Volk oder auch aktuelle Dokumentarfilme von Filmemacher*innen der dritten Generation.

Zwei wissenschaftliche Vorträge von Referent*innen runden das Programm ab und geben Einblick in wissenschaftliche Forschung zur jüdischen Filmgeschichte.

Bildunterschrift: Publikum im KinosaalFoto: Zentralrat der Juden in Deutschland
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Veranstalter

Zentralrat der Juden in Deutschland, Bildungsabteilung
Tucholskystr. 9
10117 Berlin
Deutschland
Telefonnummer Zentrale: +49-(0)69-48 00 94 52
Telefonnummer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: +49-(0)170-735 88 06
Faxnummer: +49-(0)69-94 31 93 26

Veranstaltungen

15.05.2022 | 10 bis 19 Uhr
Film | Film

Filme:
Der Golem, wie er in die Welt kam, 1920
Meyer aus Berlin, 1918

Jüdisches Museum Frankfurt am Main
Bertha-Pappenheim-Platz 1
60311 Frankfurt am Main
Hessen
Deutschland
Link zur Veranstaltung: https://www.zentralratderjuden.de
30.01.2022 | 10 bis 19 Uhr
Film | Film

Filme:
Das alte Gesetz, 1923
The Jazzsinger, 1930

Filmmuseum Potsdam
Breite Str. 1 A
14467 Potsdam
Brandenburg
Deutschland
13.03.2022 | 10 bis 19 Uhr
Film | Film

Filme:
Der Ruf, 1948/49
Der Verlorene, 1950

Murnau Stiftung Wiesbaden
Murnaustraße 6
65189 Wiesbaden
Hessen
Deutschland
03.04.2022 | 10 bis 19 Uhr
Film | Film

Filme:
The Illegals, 1947
Lang ist der Weg, 1947/48

Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg
Landfriedstraße 12
69117 Heidelberg
Baden-Württemberg
Deutschland
05.06.2022 | 10 bis 19 Uhr
Film | Film

Filme:
Zeugen. Aussagen zum Mord an einem Volk, 1981, Fernsehzweiteiler

Akademie der Künste
Pariser Platz 4
10117 Berlin
Berlin
Deutschland
03.07.2022 | 10 bis 19 Uhr
Film | Film

Filme:
Lebenszeichen. Jüdisches Leben in Berlin, 2017/18
Displaced, 2019

Jüdisches Museum Frankfurt am Main
Bertha-Pappenheim-Platz 1
60311 Frankfurt am Main
Hessen
Deutschland